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Kannte Jakob Lorber einige Werke Swedenborgs?

Thomas Noack

1. Vorbemerkung

Angesichts zahlreicher Lehren in den Werken Lorbers (1800 - 1864), die mit denjenigen Swedenborgs übereinstimmen, stellt sich die Frage, ob und inwieweit der Schreibknecht Gottes die "Göttliche[n] Offenbarungen"[1] des schwedischen Gelehrten kannte. Da jedoch das Leben Lorbers längst nicht so gut untersucht worden ist wie das Swedenborgs, kann hier nur eine erste Spurensicherung erfolgen. Außerdem muß zu dem äußeren Zeugnis ergänzend das innere hinzukommen.

Historische Fragestellungen dieser Art sollten nicht als Angriff auf den Offenbarungsglauben mißverstanden werden, obwohl sie in unserer positivistischen Zeit ihre Spitze leider nicht selten auf diesen Glauben richten. Doch der Nachweis traditionsgeschichtlicher Zusammenhänge läßt keinen Schluß auf den Offenbarungscharakter eines Schrifttums zu. Alles, was von oben kommt, hat in der Zeit auch eine Geschichte. Die geistige, vom warmen Glauben erfüllte Betrachtungsweise sollte die notwendigerweise etwas kühleren Geschichtsköpfe nicht von der warmen, behaglichen Stube fernhalten wollen, sondern sogar zu den Brüdern hinausgehen. So lernt man sich kennen, und wer weiß, vielleicht kommt der eine oder andere ja auch einmal in die Stube, um sich am altmodischen Ofen zu wärmen.

2. Das äußere Zeugnis

Sein Biograph, der steiermärkische Publizist, Lyriker und Heimatschriftsteller Karl Gottfried Ritter von Leitner (1800 - 1890) schrieb "als vieljähriger Augen- und Ohrenzeuge"[2] über den Theosophen Jakob Lorber: "So fühlte er sich denn auch zur Lektüre von Werken hingezogen, die seiner tiefen Innerlichkeit entsprachen, manche Werke von Justinus Kerner, Jung-Stilling, Swedenborg, Jakob Böhme, Johann Tennhardt und J. Kerning, von denen er insbesondere letzteren als denjenigen bezeichnete, dessen Schriften ihm wichtige Fingerzeige gegeben haben. Er machte aber aus solcher Lektüre, die sich überhaupt nur auf einzelne Schriften der erwähnten Autoren beschränkte, kein eigentliches Studium, was überhaupt seine Sache nicht war, sondern legte derlei Werke wieder beiseite und behielt nur die Bibel immer zu Handen. Aber auch aus dem Lesen dieser machte er kein tägliches, d.h. äußerlich gewohnheitsmäßiges, Geschäft, vielmehr griff er auch nach dem Buche der Bücher nur, wenn ihn ein äußerer Anlaß oder ein innerer Antrieb dazu bestimmte."[3] Dieses Zeugnis bezieht sich auf die Zeit vor dem 15. März 1840, als Lorber erstmals die innere Stimme hörte. Er hatte demnach schon damals einige Werke Swedenborgs gelesen, freilich ohne daraus ein Studium zu machen.

Auch aus einem Brief von 23. Juni 1845, den Lorber an Andreas Hüttenbrenner, den Bürgermeister von Graz, schrieb, geht hervor, daß der Theosoph des inneren Wortes einige Bücher Swedenborgs besaß. Lorber berichtet von einem Gespräch mit dem schon in der geistigen Welt, genauer im neuen Jerusalem, lebenden Sohn des Bürgermeisters. Er erschien dem Schreibknecht und sagte ihm: "Du hast mir ein gedrucktes Himmelreich (Swedenborgs Werke) wie zum Erbe vermacht."[4] Lorber hat also Menschen, die ihm nahestanden, Bücher von Swedenborg geschenkt, was den Schluß erlaubt, daß er den Bahnbrecher des neuen Jerusalems als einen bedeutsamen Gottesboten schätzte.

Aus einem Reisebericht des neukirchlichen Pastors Fedor Görwitz (1835 - 1908) geht hervor, daß Lorber zumindest in einem Fall auch von einem Anhänger Swedenborgs mit dessen Werken versorgt wurde: "Von großem Interesse war es für mich, von Frau Sigel zu erfahren, daß der Dahingeschiedene, der schon seit 1848 mit den himmlischen Lehren bekannt war, an Jakob Lorber in Graz Werke Swedenborgs geschickt hat, daß somit Lorber mit Swedenborgs Schriften bekannt war, was von seinen Anhängern bestritten wird."[5] Der "Dahingeschiedene" ist August Schmidt (1812 - 1903), ehemaliger Obergärtner im königlichen botanischen Garten in Berlin, der einen Fonds von 24.000 Mark gestiftet hatte, mit dessen Hilfe die Neue Kirche in Deutschland e.V. (Sitz in Berlin) 1956 das Grundstück samt Villa an der Fontanestraße 17a erwerben konnte, das noch heute im Besitz dieser Gemeinde ist. Die ersten Druckausgaben lorberscher Schriften stammen aus den Jahren 1851 (hrsg. von Justinus Kerner) und 1852 (hrsg. von Carl-Friedrich Zimpel). Der Swedenborgianer August Schmidt konnte also seit dieser Zeit mit Lorbertexten in Berührung gekommen sein und muß wohl eine gewisse Ähnlichkeit mit Aussagen Swedenborgs gesehen haben, denn sonst hätte er den Schreiber im fernen Graz wohl kaum mit Werken Swedenborgs versorgt.

Vom 5. Oktober 1867 stammt die folgende Bemerkung des Grazer Apothekers Leopold Cantily, in der es unter anderem heißt: "… Mit dem Lesen hatte Er seit 1840 keine besondere Freude, denn ich erhielt von Ihm mehrere, schon lange in Seinem Besitz befindliche Bücher z. B. auch den ganzen Swedenborg vera Christiana religio unaufgeschnitten, zudem war Er des Latein nicht mächtig, wohl aber sprach Er windisch und italienisch." Daß Lorber erst recht seit 1840 keine besondere Freude mit dem Lesen hatte, liegt auf der Linie dessen, was wir schon von K. G. Ritter von Leitner gehört haben. Neu ist aber die Information, daß sich eine lateinische Ausgabe der wahren christlichen Religion in Lorbers Besitz befand. Wenn er des Lateinischen nicht (mehr)[6] mächtig war, dann wird er sie sich schwerlich selbst besorgt haben. Woher stammte sie?

3. Das innere Zeugnis

3.1. Swedenborg wird in den Schriften Lorbers namentlich erwähnt

In den Neuoffenbarungsschriften Lorbers wird Swedenborg mehrfach anerkennend erwähnt. So sagt der Herr zu einem Offizier Peter in der geistigen Welt: "Dir hat das Lesen der Bücher des Weisen Immanuel Swedenborg sehr genützet ... Aber diese hier haben weder Mein Wort und noch weniger das, was Ich dem Immanuel Swedenborg über Mein Wort veroffenbart habe, gelesen" (RB II.254.4). Andernorts im Lorberwerk lesen wir: "Swedenborg ist wahr und gut, solches kannst du glauben." (Hg II.53.21). Swedenborg "ist ein tüchtiger Wegweiser und ist viel Weisheit in ihm aus Mir." (GS I.16.1).

Am 3. Mai 1840, also ganz am Anfang der Schreibtätigkeit Lorbers, wurde von Personen aus seinem Umkreis die Frage gestellt: "Sollen wir den Büchern Emanuel Swedenborgs vollen Glauben schenken?" Aus dieser Frage ist zu schließen, daß man in der Umgebung Lorbers Swedenborg las. Die Antwort des Herrn ist eindeutig: "Was den Emanuel Swedenborg betrifft, so sollen sie [die Fragesteller] es versuchen, ob auch sie ohne Meine Weisheit etwa solches zu sagen vermögen! Er ward von Mir erweckt und wurde von Meinen Engeln geführt in alle ihre Weisheit aus Mir, je nach Graden ihrer Liebe. Und was er sagt, ist gut und wahr." (Hg I.17.10f). Abgesehen vielleicht von der Bibel ist das Werk Swedenborgs die einzige Lektüreempfehlung in der Neuoffenbarung Lorbers, was sich bis heute so auswirkt, daß man im Umkreis Lorbers gerne Swedenborg liest oder ihn wenigstens als großen Künder einer neuen Zeit anerkennt.

3.2. Swedenborgsche Begriffe im Schrifttum Lorbers

In den Offenbarungen durch Lorber lassen sich eine Reihe von Begriffen nachweisen, die für die Übersetzungen der Werke Swedenborgs durch J. F. Immanuel Tafel (1796 - 1863) charakteristisch sind. Die folgende, sehr gedrängte Übersicht beschränkt sich auf seine möglichst frühen Übersetzungen. Von einigen Fußnoten abgesehen, bleiben die Übersetzungen aus dem 18. Jahrhundert und die von Ludwig Hofaker (1780 - 1846) unberücksichtigt. Daher kann die folgende Analyse nur eine erste, vorläufige Bestandsaufnahme sein.

In den Schriften Lorbers begegnen uns neben "Entsprechung" (GEJ I,42,5; IV,142,3; 162,3; V,272,9) auch "Korrespondenz" und "korrespondieren" (GS I,39,1; II,60,5; EM 50,5; GEJ VI,237,4). Swedenborgs Begriff "correspondentia" wurde von Tafel anfangs noch mit "Correspondenz" übersetzt (LS 7, Text von 1824), später dann aber mit dem klassisch gewordenen Wort "Entsprechung" (GLW 52, Text von 1833).[7]

In gedanklicher Nachbarschaft zu "correspondentia" steht bei Swedenborg "repraesentatio", von Tafel mit "Vorbildung" übersetzt (GLW 376, Text von 1833); diesen Begriff findet man bei Lorber in GEJ II,221,2. Tafels "Vorbild" (EO 392, Text von 1829) als Übersetzung für "repraesentativum" ist bei Lorber in HGt I,9,5; 14,5; GEJ I,11,18 belegt, und "vorbildlich" (EO 863, 881, Text von 1831) fand ich bei Lorber in GEJ V,131,6; 132,2.

Im "Buchstabensinn" (EO 859, Text von 1831) sind nach Swedenborg bekanntlich zwei innere Sinnschichten enthalten, die er "geistiger Sinn" (LS 5, Text von 1824) und "himmlischer Sinn" (LS 30, Text von 1824) nennt. Neben der Theorie vom dreifachen Schriftsinn ist bei Lorber auch diese swedenborgsche Terminologie nachweisbar, verwiesen sei nur auf "Buchstabensinn" in GS II,7,5; 97,10, "geistiger Sinn" in GS I,40,14 und "himmlischer Sinn" in GS II,7,5.

"Perceptio" bzw. "percipere" verdeutschte Tafel mit "Innewerdung" und "innewerden" (HG 483, Text von 1845; EO 415, Text von 1831). Lorbers Stimme spricht in GS I,51,2; 52,1; GEJ III,27,7; VIII,25,8; 29,4; IX,93,5 von "Innewerden" und in GS I,59,9 von "Innewerdung".[8]

Im Hintergrund von "Liebtätigkeit" (GS I,46,8; 221,9ff) und "Liebetätigkeit" (GEJ I,50,7f; V,259,2; IX,142,2) steht Swedenborgs "charitas", von Tafel ebenfalls mit "Liebthätigkeit" (EO 32, Text von 1824) und "Liebethätigkeit" (EO 603, Text von 1829) übersetzt.

Aufschlußreich sind auch die beiden folgenden Beobachtungen. Denn hinter "Nutzwirkung" (GS I,28,3; Gr. 4; 5) und "das Nutzwirkende" (GS I,59,13) steht "usus", das Tafel durchaus unüblich mit "Nutzwirkung" verdeutscht hat (GLW 46, Text von 1833; GV 3, Text von 1836). Auffallend bei Lorber sind auch die "Wißtümlichkeiten" (GS I,28,2.3; HGt II,65,9; 76,15), denn für Swedenborgs "scientifica" hat Tafel "das Wißtümliche" gefunden (HG 24, Text von 1845).

In GS I,43,12; 45,4; 59,13 spricht die innere Stimme vom "Glaubenswahren". Im Hintergrund steht "verum fidei", das zwar meist mit "das Wahre des Glaubens" übersetzt wurde, gelegentlich aber auch mit "das Glaubenswahre" (EO 913, Text von 1831). Im gleichen Zusammenhang ist bei Lorber vom "Liebeguten" (GS I,43,12; 45,4) die Rede. In HG 92 (Text von 1845) übersetzt Tafel "vera fidei et bona amoris" mit "Glaubenswahres und Liebegutes". Nur am Rande sei darauf hingewiesen, daß sich im gesamten Abschnitt GS I,45,4 swedenborgsche Wendungen häufen ("die Aufnahme des Göttlichguten und Göttlichwahren", "die Vereinigung des Liebeguten und Glaubenswahren" und "Ursache, Wirkung und Zweck"). In GEJ I,161,4 begegnet uns bei Lorber das für Swedenborgs Theologie grundlegende Begriffspaar "das Gute und Wahre" (vgl. auch GEJ II,198,1) und zudem in Verbindung mit dem für Swedenborg typischen Gegensatzpaar "Böses und Falsches".

Abschließend, ohne Kommentar, noch die folgenden Fundstücke aus dem Lorberwerk: "Grade" (HGt III,77,4), "Überreste" (GS II,8,9), "Geisterwelt" (GS I,34,31; GEJ I,152,3.9.11f; III,3,17; 31,4; BM 1,6), "Reich der Geister" (HGt I,12,2; EM 58,3; GS I,33,11; GEJ III,3,16), "Gemüt" (GS I,39,1; GEJ I,27,3; 219,2; II,31,4; 39,2; 141,3; VIII,140,7; IX,54,7), "Vorsehung" (GEJ II,65,15), "Zulassung" (GEJ VII,52,3) und "Verherrlichung" (GEJ VIII,57,14).

3.3. Swedenborgsche Ideen und Formulierungen im Schrifttum Lorbers

An den Nachweis swedenborgscher Begriffe in den Neuoffenbarungen durch Lorber schließt sich derjenige swedenborgscher Ideen an, die nicht selten sogar auch in der Formulierung ganz nahe an Swedenborg herankommen. Da ich bereits in zahlreichen früheren Veröffentlichungen darauf hingewiesen habe, erspare ich mir an dieser Stelle den Nachweis.

4. Schlußwort

Sowohl das äußere als auch das innere Zeugnis begünstigen die Ansicht, daß Lorber einige Werke Swedenborgs besaß und deren Inhalt zumindest oberflächlich kannte. Das Wort aus dem Innersten des Herzen verband sich mit dem, was der Schreibknecht aus der äußeren Lektüre aufgenommen hatte. So entstand ein geistiges Gebäude mit swedenborgschen Stilelementen. Doch es dürfte klar sein, dieser "harmlose, stille, fromme Mann, ohne wissenschaftliche Bildung"[9] war kein Swedenborgianer, denn seine Aufnahme swedenborgscher Worte und Ideen führte zu einer viel zu selbständigen Gesamtsicht von Gott und Schöpfung, als daß man in ihm einen bloß wiederkäuenden Anhänger sehen könnte. Aber an Lorber kann man studieren, was für ein enormes Entwicklungspotential jenseits ängstlicher Orthodoxie in swedenborgschen Ideen steckt, wenn sie nicht nur epigonenhaft nachgebetet, sondern von einem neuen Geistimpuls befruchtet werden.

Aus der Sicht einer historischen Swedenborgforschung könnte Lorber als ein äußerst ungewöhnlicher Sonderfall der Wirkungsgeschichte Swedenborgs ins Blickfeld treten. Damit wäre zwar das Phänomen Lorber noch nicht vollständig erfaßt, beschrieben und erklärt, aber immerhin ein Terrain abgesteckt, in dem die Archäologen des Geistes graben und Entdeckungen zu Tage fördern können. 

Fußnoten

[1]  "Göttliche Offenbarungen, bekanntgemacht durch Immanuel von Swedenborg …", so betitelte Johann Friedrich Immanuel Tafel die Erstausgabe seiner Verdeutschungen aus der lateinischen Urschrift.

[2]  "Jakob Lorber ein Lebensbild, dargestellt von Karl Gottfried Ritter von Leitner", in: "Briefe Jakob Lorbers: Urkunden und Bilder aus seinen Leben", Bietigheim 1931, 7. In der Zeitschrift "Psychische Studien" vom November 1879 konkretisiert K. G. Ritter von Leitner die Aussage und schreibt, daß er "mit Lorber durch dreissig Jahre in freundschaftlichen Beziehungen stand" (Seite 483).

[3]  "Jakob Lorber ein Lebensbild, dargestellt von Karl Gottfried Ritter von Leitner", 13f. Der Herausgeber der "Briefe Jakob Lorbers" merkt an: "Zur Richtigstellung der Swedenborg betreffenden Angabe, siehe die Wiedergabe einer Bemerkung von Lorbers Freund Cantily …". Diese Bemerkung läßt sich jedoch mit dem, was K. G. Ritter von Leitner berichtet durchaus vereinbaren.

[4]  Briefe Jakob Lorbers, 1931, 79.

[5]  Monatblätter für die Neue Kirche, September 1903, 142.

[6]  K. G. Ritter von Leitner bezeugt: "Ein Caplan, der nun dessen besondere Fähigkeiten bemerkte, gab ihm deshalb einige Unterweisung in der lateinischen Sprache und eiferte ihn an, sich dem Priesterstande zu widmen." (Psychische Studien, November 1879, 484). Vgl. auch das Zeugnis aus der Gymnasialzeit in Marburg (Briefe Jakob Lorbers, 1931, 107).

[7]  In den von F. Chr. Oetinger (1702 - 1782) veranlassten Übersetzungen scheint "correspondentia" noch mit "Uebereinstimmung" (HH 87, Text von 1775) wiedergegeben worden zu sein. In LS 7 spürt man noch die Unsicherheit des frühen Tafel, denn der Übersetzungstext von 1824 lautet: "Den Unterschied zwischen diesen Stufen kann man nicht wissen, wenn man die Correspondenz [Zusammenstimmung, Entsprechung] nicht kennt …" Die Alternativen in den eckigen Klammern stammen von Tafel und dokumentieren seine Unsicherheit. Auch "gradus" ist hier noch mit "Stufe" übersetzt, später wird "Grad" zum klassischen Terminus werden. Wenn also bei Lorber "Entsprechung" und "Korrespondenz" auftauchen, dann legt diese Beobachtung vor dem geschilderten Hintergrund den Schluß nahe, daß er jedenfalls nicht von den oetingerschen Übersetzungen beeinflußt war.

[8]  Eine allerdings nur stichprobenartige Durchsicht der im Auftrag von F. Chr. Oetinger angefertigten Übersetzung von Himmel und Hölle aus dem Jahre 1775 läßt mich dort "innewerden" noch nicht finden, stattdessen wählt der Übersetzer in HH 147 "Vernehmung" (perceptio) und in HH 351 "empfinden" (percipere). Lorber scheint demnach von der oetingerschen Begrifflichkeit wiederum nicht beeinflußt zu sein. Um freilich zu dem positiven Schluß zu kommen, daß ihm Übersetzungen Tafels vorlagen, müßte man genau erforschen, welche swedenborgschen Begriffe bei Lorber von Tafel eingeführt worden sind.

[9]  So hat Carl-Friedrich Zimpel 1852 im Nachwort zur "Geschichte der Urschöpfung der Geister- und Sinnen-Welt, und im Verfolge die Geschichte der Urpatriarchen, von Adam bis Abraham, oder Haushaltung Gottes" Lorber charakterisiert.

Abgeschlossen am 29.8.2002. In: Offene Tore 4 (2002) 198-204