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Ernst Benz. Emanuel Swedenborg: Naturforscher
und Seher
Swedenborg Verlag | Postfach 1205 | CH - 8032
Zürich
Der
bekannte evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker Prof. Ernst
Benz hatte ein Gespür für Gestalten der christlichen Geistesgeschichte,
die zu ihrer Zeit nicht die nötige Beachtung und Würdigung
gefunden hatten, so insbesondere für Emanuel Swedenborg (1688-1772).
Dessen glänzende Forscherlaufbahn brach 1745 plötzlich
ab, als ihm in der Osternacht die Augen für die Welt der Engel
und Geister aufgetan wurden. Fortan verfaßte er zahlreiche
Werke über die religiösen Grundfragen der Menschheit.
Benz zeigt in seinem meisterhaft geschriebenen und allgemein verständlichen
Werk, wie zukunftsträchtig die Erkenntnisse Swedenborgs waren
und welch große Bedeutung ihnen in unserem Ringen um eine
Erneuerung des christlichen Glaubens zukommt. Benz besuchte als
Sohn eines Reichsbahn-Ingenieurs die humanistischen Gymnasien in
Friedrichshafen, Ravensburg und Stuttgart. In Tübingen, Rom
und Berlin studierte er klassische Philologie und Archäologie
und nach Abschluß dieser Fächer zudem Theologie und erwarb
sowohl den philosophischen als auch den theologischen Doktorgrad.
1932 habilitierte sich Benz in Halle für das Fach Kirchen-
und Dogmengeschichte und ging 1934/35 als Dozent an die Lutherakademie
Dorpat. Die Universität Marburg berief ihn 1935 zum außerordentlichen
und schließlich 1937 zum ordentlichen Professor, wo er bis
1973 lehrte. Das umfangreiche Werk von Benz umfaßt ein ungewöhnlich
weites Spektrum an Fragestellungen, die weit über die traditionelle
Kirchengeschichtsschreibung hinausgehen. Benz setzte sich intensiv
mit der Mystik, aber auch mit asiatischen Religionen auseinander
und beschäftigte sich mit russischer Sprache und Literatur.
Für die Sache Swedenborgs im deutschen Sprachraum hat er viel
getan. Neben seiner erstmals 1948 veröffentlichten Swedenborg-Monographie
sind zu nennen »Swedenborg in Deutschland: F. C. Oetingers
und Immanuel Kants Auseinandersetzung mit der Person und Lehre Emanuel
Swedenborgs. Nach neuen Quellen bearbeitet«, Frankfurt a.
M. 1947 und »Vision und Offenbarung«, Zürich 1979.
Über lange Jahre wirkte er als Mitherausgeber der »Zeitschrift
für Religions- und Geistesgeschichte«. Seine vielseitigen
Forschungen wurden durch die Verleihung mehrerer Ehrendoktorate
gewürdigt. Der Titel der Gedenkschrift für Benz aus dem
Jahr 1981 »Religionen, Geschichte, Oekumene« umfaßt
markant die Arbeitsbereiche und Interessen dieses herausragenden
Kirchenhistorikers.
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