Sillleben mit Werken Swedenborgs

Stillleben mit Werken Swedenborgs

Swedenborgs Oeuvre: Geschrieben mit einem FederkielTheologia Swedenborgiana

Von Thomas Noack, Master of Theology, UZH

Was ist der Unterschied zwischen einem Swedenborgianer und einem swe­den­bor­gi­schen Theologen? Als Swedenborgianer findet man sein Genügen daran, die Theo­logie Swedenborgs zu referieren; dass man dabei aus dem Meister einen Götzen macht, wird dem Anhänger nicht bewusst. Als swe­den­bor­gi­scher Theologe bekennt man sich zu einer Tradition – in meinem Fall ist es die von Swedenborg ausgehende, die ihrerseits in der reformatorischen Wert­schät­zung der Heiligen Schrift wurzelt –, man fragt aber trotzdem eigenständig nach der Wahrheit der überlieferten Lehre; man korrigiert sie notfalls auch, auf jeden Fall aber entwickelt man sie im Gespräch mit relevanten Wahrheitsangeboten weiter. Still­stand ist Rück­schritt! Die Erkenntnis der Wahrheit will immer wieder neu er­ar­bei­tet werden. Das ist das Credo des Theologen. Ich habe deswegen nicht nur die Schriften des schwedischen Visionärs Emanuel Swe­denborg studiert, sondern auch evangelische Theologie an Universitäten in Ber­lin und Zürich, wo ich den Master of Theology erworben habe.

Oft habe ich auch das Ver­hält­nis Swe­den­borg-Lor­ber thema­tisiert. In der Neuen Kirche (Gemeinschaft der Swedenbor­gianer) wurde Jakob Lorber in der Vergan­genheit ent­weder diffamiert und tabuisiert oder aber Lorberianer unterwanderten die Neue Kirche und machten sie zu einer Lorbergemeinde. Beide Extreme lehne ich ab. Die Voraussetzung für den rechten Umgang einer Swedenborg­institution mit dem »Schreibknecht Gottes« scheint mir die theologische und historische Aufarbeitung des Verhältnisses der beiden Klassiker unter den Neuoffenbarungen zu sein.